5 Punkte, die Sie bei eine Online-Scheidung bedenken sollten

Was spricht für oder gegen eine Online-Scheidung?

1. Online-Scheidung ist billiger.Nein, das stimmt nicht. Alle Anbieter sind entweder Anwälte oder Firmen, die Anwälte vermitteln. Anwälte sind gesetzlich verpflichtet, nach den Vorschriften des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes abzurechnen. D.h., jede Scheidung kostet überall das gleiche. Deshalb bekommen Sie immer auch nur einen „unverbindlichen“ Kostenvoranschlag angeboten. Und da niemand am Anfang des Verfahrens weiß, wie das Gericht am Ende des Verfahrens den Streitwert festsetzen wird, kann es auch durchaus Differenzen bei diesen Kostenvoranschlägen geben.

2. Online-Scheidung geht schneller. -Nein, auch das stimmt nicht. Der elektronische Verkehr mit den Gerichten steht erst am Anfang. Immer noch werden die meisten Vorgänge per Post abgewickelt. Viele Anwälte wickeln den Postverkehr ihrer Mandanten bereits jetzt per E-Mail ab, das ist also nichts besonderes.

3. Die Online Scheidung ist ideal für den Anwalt, nicht für den Mandanten. Der Anwalt bleibt für den Mandanten praktisch anonym. Dies hat für den Anwalt den Vorteil, dass der Anwalt “sich den Mandant vom Leibe halten kann“. Der kann nicht plötzlich in der Kanzlei stehen und verlangen, den Anwalt kurz sprechen zu wollen. Viele Dinge können per E-Mail durch nichtjuristisches Personal erledigt werden, die sonst der Anwalt selbst machen müsste, weil der Mandant ja vor ihm sitzt und ihm zusieht. Viele Fragen wird der Mandant nicht stellen, weil er dazu eine E-Mail schreiben müsste. Er wird stattdessen versuchen, sich anderweitig zu informieren.

4. Sie haben keinen persönlichen Kontakt zu ihrem Anwalt. Viele Mandanten wollen das auch nicht, weil sie schlechte Erfahrungen mit Anwälten gemacht haben, die nicht auf Ihre Person und ihren Fall eingegangen sind. Sie müssen sich aber darüber im klaren sein, dass sie mit der Beauftragung eines Online-Rechtsanwaltes sich der Möglichkeit berauben, intensiv persönlich beraten zu werden. Durch das Internet sind die Möglichkeiten, sich über den Anwalt Ihrer Wahl vorab zu informieren, weit größer und besser geworden. Dadurch ist auch die Chance, bei der Wahl des Anwaltes danebenzugreifen, erheblich geringer geworden.

5. Die Schwierigkeiten vervielfältigen sich, wenn aus ihrer anfänglich einverständlichen Scheidung eine streitige Scheidung wird. Das ist häufiger der Fall als man denkt. Dann wird die Kommunikation mit dem Anwalt womöglich so schwierig, dass ein Anwaltswechsel erforderlich wird. Dann ist die Online-Scheidung nicht nur nicht billiger, sondern sie wird erheblich teurer.

 

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