Scheidungstrick #3: Scheidung und Anwaltskosten

Scheidungstrick #3:  Scheidung und Anwaltskosten: Einzelaufträge erteilen

Eine Scheidung ist teuer. Einer der Gründe dafür, dass “online”-Scheidung erfunden wurde,  sind die hohen Anwaltskosten und die Suche potentieller Mandanten nach preiswerten Lösungen – schon war die “Online”-Scheidung geboren. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass das billiger sei.

Abgesehen davon, dass  “online”-Scheidung weder existiert noch billiger ist, ist das Scheidungsverfahren zwar nicht wirklich billig, aber keineswegs so teuer wie die fünfstelligen Euro-Beträge, die man manchmal hört.

Wenn man es schafft, die Scheidung einvernehmlich zu halten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine Scheidung zu verbilligen, beispielsweise:

  • Vertretung im Scheidungsverfahren nur durch einen Anwalt (auch wenn z.B. jeder für die Berechnung des  Unterhalts einen Anwalt hat)
  • Regelung der Vermögensauseinandersetzung, des Zugewinns und des Versorgungsausgleichs durch notariellen Ehevertrag
  • Titulierung der Unterhaltsansprüche der Kinder durch das Jugendamt.

Problematisch ist es, dass beispielsweise Unterhalt einen höheren Gegenstandswert als die Scheidung haben kann. Beim laufenden Unterhalt ist die Basis der 12-fache Monatsbetrag, also bei 800,00 €  = 9.600,00 €.

Der Mindest-Gegenstandswert bei der Scheidung ist dagegen 3.000,00 €.

Da solche Werte akkumulieren, wird dadurch der gesamte Komplex “Scheidung” teuer.

Scheidung und Anwaltskosten: Man muss aber nicht den eigenen Anwalt in allen Sachen beauftragen.

Viele Mandanten scheinen zu glauben, sie müssten den Anwalt, der sie z.B.  Zuvor wegen des Unterhalts vertreten hat, anschließend auch mit der Scheidung beauftragen.

Das ist aber ein neuer, unabhängiger Auftrag.  Wenn abzusehen ist, dass die Scheidung jetzt einverständlich verlaufen wird, braucht keinen Anwalt, wenn der andere Scheidungsantrag stellt. Man kann sich diese Anwaltskosten bei der Scheidung sparen.

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Und zum Schluss ein ganz ganz übler Scheidungstrick!

  • Maria Capobianco

    Ein sehr aufschlussreicher Artikel!! Ich halte die Erteilung von Einzelaufträgen auch für sehr sinnvoll, um hohen Kosten bei der Scheidung zu entgehen. Je nach dem mit welcher Vermögenshöhe das Scheidungsverfahren eingeleitet wird, können immense Anwalts- und Gerichtskosten entstehen: http://www.testsieger-berichte.de/2015/10/06/huerden-einer-scheidung-was-passiert-mit-den-versicherungen/. Hinzu kommt der Versorgungsausgleich, der durch die abgeschlossenen Absicherungen entsteht. Dabei werden 10 Prozent des dreifachen Nettoeinkommens auf dem Streitwert aufgeschlagen. Darüber hinaus werden Ehegatten mit einem hohen Vermögen zusätzlich zur Kasse gebeten. Ist ihr Vermögen höher als 61.355 Euro, müssen sie Zusatzaufwendungen in Höhe von 10 Prozent einberechnen.

    Neben den eigentlichen Kosten einer Scheidung, müssen sich die scheidenden Ehegatten im Klaren darüber sein, welcher Aufwand ihnen dadurch entsteht. Nicht nur die Vermögensverhältnisse müssen geklärt werden, sondern auch sämtliche zuvor abgeschlossene Versicherungen müssen abgeändert, aufgelöst bzw. neu abgeschlossen werden.