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Was kostet ein Beratungsgespräch bei einem Fachanwalt für Familienrecht?

Bei Trennung und Scheidung ist der Beratungsbedarf hoch-was kostet der Fachanwalt für Familienrecht?

Die Antwort: Von 0,00 € über 10,00 € bis 226,10 €.

Sie ist nur nicht 100% richtig, was ich gerne erklären möchte.
1. Es kostet nichts, wenn man Beratungshilfe bekommen hat. Dann berät einen der Rechtsanwalt umsonst. Maximal darf er 10,00 € verlangen, was er aber häufig nicht tun wird und nicht tun muß. Die Beratungshilfe umfaßt auch außergerichtliche Tätigkeit, zum Beispiel Schreiben an die Gegenseite.
2. 190,00 € + MWst, also 226,10 €, ist der Betrag, den der Anwalt maximal ohne gesonderte Gebührenvereinbarung verlangen kann.

Der Fachanwalt ist nicht teurer als der normale Rechtsanwalt

Für alle Anwälte gilt die gleiche Honorarregelung, das RVG (Gesetz über die Vergütung der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte).

Grundsätzlich gilt für alle Anwälte ohne Unterschied das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Das steht  im § 34 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz:

“(1) Für einen mündlichen oder schriftlichen Rat oder eine Auskunft (Beratung), die nicht mit einer anderen gebührenpflichtigen Tätigkeit zusammenhängen, für die Ausarbeitung eines schriftlichen Gutachtens und für die Tätigkeit als Mediator soll der Rechtsanwalt auf eine Gebührenvereinbarung hinwirken, soweit in Teil 2 Abschnitt 1 des Vergütungsverzeichnisses keine Gebühren bestimmt sind.

Wenn keine Vereinbarung getroffen worden ist, erhält der Rechtsanwalt Gebühren nach den Vorschriften des bürgerlichen Rechts. Ist im Fall des Satzes 2 der Auftraggeber Verbraucher, beträgt die Gebühr für die Beratung oder für die Ausarbeitung eines schriftlichen Gutachtens jeweils höchstens 250 Euro; § 14 Abs. 1 gilt entsprechend; für ein erstes Beratungsgespräch beträgt die Gebühr jedoch höchstens 190 Euro.
(2) Wenn nichts anderes vereinbart ist, ist die Gebühr für die Beratung auf eine Gebühr für eine sonstige Tätigkeit, die mit der Beratung zusammenhängt, anzurechnen.”

Wichtige Konsequenzen aus diesem Gesetzestext:

1. Die Höchstgrenze von 226,10 € gilt nur für eine mündliche Beratung. Die Kosten einer schriftlichen Beratung können höher sein.
2. Sie gilt nur für “Verbraucher”. Da Firmen keinen Unterhalt zahlen oder sich scheiden lassen, ist dies unproblematisch.
3. Die Höchstgrenze gilt nur für die erste Beratung. Kommen zum ersten Beratungsgespräch weitere hinzu, gilt die Höchstgrenze nicht mehr.
4. Die Beratungsgebühr ist auf die weitere Tätigkeit des Rechtsanwalt anzurechnen. Weitere Tätigkeit heißt zum Beispiel: nach dem ersten Beratungsgespräch wird in einem weiteren Gespräch vereinbart, jetzt die Gegenseite anzuschreiben. Dann ist das Honorar für die Beratung auf das Honorar für die außergerichtliche Tätigkeit anzurechnen. Das gilt auch für das Honorar, das Ihre Rechtsschutzversicherung für die Beratung gezahlt hat.