Trennung?

Trennung von Eheleuten – was ist das?

Die Trennung ist zunächst einmal ein rein tatsächlicher Vorgang. Es gibt verschiedene Varianten der Trennung:

  • die einverständliche Trennung durch Auszug eines Ehegatten oder die Trennung in der eheliche Wohnung
  • der Rausschmiss in allen Varianten.

In den meisten Fällen dürfte die Trennung einverständlich erfolgen. Es gibt verschiedene Varianten: Nach vorheriger Absprache verlässt einer die eheliche Wohnung, zieht zur Mutter (klassisch), zur Freundin oder Freund  (gleichgeschlechtlich ist im Kommen) oder in eine neue Wohnung (spießig) oder unter eine Brücke (tragisch).

Die Trennung in der Ehewohnung ist nur kurzzeitig zu empfehlen, um den Auszug vorzubereiten. Es funktioniert einfach nicht (es sei denn, man will die Hartz IV Zahlungen optimieren, aber nur Anfänger machen das so) und schafft böses Blut, das eine potentiell einverständliche Scheidung garstig machen kann.

Die streitigen Trennungen laufen meist so ab, dass die Ehefrau die Polizei ruft, die den Ehemann aus der Wohnung weist. Ruft der Ehemann die Polizei, weist die Polizei den Ehemann aus der Wohnung. Dies ist selbstverständlich eine Übertreibung, gibt aber die Realität annähernd wieder.

Dann gibt es noch die Anrufung des Familiengerichts, die aber seit Einführung der zuerst genannten Möglichkeit erheblich an Beliebtheit eingebüßt hat.

Nehmen wir an, Sie gehören zu den friedlichen im Lande, haben eingesehen, dass es nicht mehr geht und ziehen freiwillig aus-was ist zu tun?

An sich nichts. Die Trennung ist Voraussetzung für die Scheidung. Es gibt aber in Deutschland keine Verfahren zur Trennung der Eheleute von Tisch und Bett oder ähnliches. Wird also im Scheidungsverfahren das Datum der Trennung nicht bestritten und von beiden Eheleuten bestätigt, gibt es überhaupt kein Problem.

Nur wenn Probleme drohen, kann es angezeigt sein, das genaue Datum festzuhalten. An die Trennung knüpfen sich doch einige rechtliche Konsequenzen:

  • Es wird jetzt überhaupt erst möglich, Unterhalt geltend zu machen (wenn man vom sogenannten “Familienunterhalt” absieht;
  • Es entstehen Auskunftsansprüche, hauptsächlich zum Zugewinnausgleich;
  • Es beginnt eine 6-Monatsfrist zu laufen, nach deren Ablauf man nicht mehr ohne weiteres in die Wohnung zurückkann.
Ich habe ein E-Book geschrieben “Scheidung für Anfänger”. Sie finden es hier.
Autor: Fachanwalt für Familienrecht und Mediator Kurt Schulte Herbrüggen in Duisburg