Trennung und Vermögensauseinandersetzung

Vor der Scheidung kommt die Vermögensauseinandersetzung

Ich bin der Meinung, dass das Scheidungsverfahren nicht so wichtig ist. Damit meine ich, dass zunächst alle Fragen und Probleme zwischen den Eheleuten geklärt werden sollten, Vermögensauseinandersetzung, Unterhalt etc. Als sozusagen “krönender” Abschluss kann das Scheidungsverfahren eingeleitet werden.

Dies wird dann häufig schneller und billiger gehen, weil zum Beispiel

  • der Versorgungsausgleich ehevertraglich ausgeschlossen werden konnte und damit die wichtigste Bremse im Scheidungsverfahren weggefallen ist;
  • im Verfahren keine sogenannten Folgesachen anhängig gemacht werden, um das Verfahren zu verschleppen;
  • notarielle Verträge erheblicher billiger sind als gerichtliche Entscheidungen;
  • für das eigentliche Scheidungsverfahren bei Einverständnis nur ein Anwalt erforderlich ist.

Wenn also einigermaßen Ruhe herrscht, sollte versucht werden, die zu klärenden Fragen (Unterhalt, Vermögen) “vor die Klammer” zu ziehen.

Was kann alles bei der Vermögensauseinandersetzung geregelt werden?

Häufig ist zumindest eine Immobilie vorhanden, nämlich das Eigenheim oder die Eigentumswohnung, die die eheliche Wohnung dargestellt haben. Hier muss die Frage beantwortet werden, was damit geschehen soll: Soll das Objekt verkauft werden oder will einer der Eheleute übernehmen?

An diese Frage sollte nicht blauäugig und ohne anwaltliche Beratung herangegangen werden. Häufig werden schwerwiegende Probleme nicht gesehen, zum Beispiel:

Vermögensauseinandersetzung und Zugewinn

Häufig sind die Ehepartner jeweils hälftig Eigentümer. Diese Gemeinschaft läuft nicht unbedingt parallel zu der güterrechtlichen Auseinandersetzung. Während bei der Immobilie ein Anspruch auf den hälftigen Wert besteht, kann dies güterrechtlich anders laufen, beispielsweise dann, wenn ein Ehegatte Vermögen mit in die Ehe gebracht hat, das zur Beschaffung der Immobilie verwandt wurde. Neben dem Ausgleichsanspruch hat er dann noch einen Anspruch auf Zugewinnausgleich. Das muss vorher bedacht werden.

Vermögensauseinandersetzung und Unterhalt

Wird die eheliche Wohnung übernommen, kann diese beim Unterhalt eine grosse Rolle spielen, weil der Wohnwert zu berücksichtigen ist. Der Unterhalt vermindert sich, weil der Wohnwert als Einkommen berücksichtigt wird. Auf einmal stimmt das ganze Haushaltsbudget nicht mehr!

Kreative Lösungen sind möglich

Aber auch kreative Lösungsansätze sind möglich, beispielsweise:

  • der eine Ehegatte kreditiert dem anderen den Übernahme-Preis des Objekts, gesichert durch eine Grundschuld;
  • der Versorgungsausgleich wird in die Finanzierung einbezogen. Ansprüche in der Rentenversicherung sind Kapital. Dies Kapital kann zur Finanzierung einer Übernahme eingesetzt werden.

Beratungsbedarf ist also genügend vorhanden. Hier finden Sie weitere Informationen:

Ehevertrag

Einvernehmliche Scheidung

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